„Das nicht kompliziert“ von Willy Brand und Rijn kommt direkt rein. Breakbeat, verzerrter Bass, Streicherfetzen – alles schiebt, aber nicht weichgespült. Der Track rennt mit schnellem Puls nach vorn und lässt dabei genug Dreck in den Kanten, damit die Ansage nicht nach Studioübung klingt.
Inhaltlich geht es klar um Wut, Ohnmacht und Widerstand. Da wird nicht abstrakt geredet, sondern auf Krieg, Rassismus, Staatsgewalt und deutsche Bequemlichkeit gezeigt. Die beiden ziehen das nicht als Parole auf, sondern eher wie einen Druckzustand, der längst da ist und raus muss. Eine Zeile wie „Ich werde nicht sterben für ein Deutschland“ setzt den Ton ziemlich eindeutig.
Spannend ist, dass der Track trotz der Härte nicht stumpf wirkt. Die Stimmen sitzen eng auf dem Beat, fast gehetzt, als müsste alles sofort raus. Gleichzeitig hängt unter der Aggression noch was Schweres mit drin. Nicht nur Wut, auch Erschöpfung. Genau das hält das Ding zusammen.
Veröffentlicht wurde das Ganze über den Channel Berlin Vista Social Club. In 2:45 Minuten wird hier nichts ausdiskutiert, sondern verdichtet. Am Ende bleibt vor allem hängen, wie kompromisslos der Track seine Haltung nach vorn stellt, ohne sich hinter Pose zu verstecken.
Credits
Willy Brand
Rijn