„100 Anrufe“ von Trappedin bringt auf knapp zwei Minuten genau diesen Moment hin, in dem ein Track weder groß aufdreht noch im Hintergrund verschwindet. Der Beat läuft auf mittlerem Tempo, mit weichen Synths, Piano-Tupfern und genug Luft dazwischen, damit die Stimmung arbeiten kann.
Der Track kommt von Trappedin, mit Wesh51 und NiKO im Paket. NiKO baut hier ein Instrumental, das eher auf Gefühl als auf Druck geht. Nicht schläfrig, eher kontrolliert. Die Drums halten das Ding zusammen, während die Flächen und Tasten dem Ganzen etwas Warmes geben, ohne kitschig zu werden.
Gerade diese Mischung macht den Song interessant. Ein bisschen smooth, ein bisschen melancholisch, aber nicht komplett schwer. Eher Musik für den Kopf nach Mitternacht als für den großen Effekt. Dass der Track nur 2:03 geht, passt sogar: kein unnötiger Ballast, kein Auswalzen, einfach kurz rein und stehen lassen.
Wer auf Releases steht, die nicht alles mit Ansage markieren müssen, wird hier was finden. „100 Anrufe“ wirkt eher wie ein Zustand als wie eine große Szene. Und genau deshalb bleibt am Ende weniger die einzelne Stelle hängen als dieses leise Nachziehen, das nach dem letzten Takt noch kurz da ist.