Murrkey geht auf „Funky Time“ nicht auf Druck, sondern auf Bewegung. Kein hektischer Film, kein überladener Flex. Eher ein Stück, das sich seinen Platz mit Groove holt und dabei ziemlich genau weiß, wie viel es dafür braucht.
Der Track lehnt sich hörbar an Funk und Disco an, aber nicht wie eine verkleidete Retro-Nummer. Die Synths, das E-Piano, diese weichen Flächen im Hintergrund und das Midtempo-Gerüst geben dem Ganzen einen Vibe, der eher schiebt als springt. Gute Laune, aber nicht aufgesetzt. Smooth, aber nicht beliebig.
Spannend ist vor allem, dass Murrkey hier nicht einfach ein Genre nachbaut, sondern einen ersten eigenen Zugriff drauf zeigt. Man hört schon, wo die Liebe für den Sound herkommt, aber der Track bleibt nicht in bloßer Referenz hängen. „Funky Time“ wirkt wie ein Versuch, der nicht nach Skizze klingt, sondern nach echtem Ausprobieren mit Gefühl in den Fingern.
Auch die Kürze spielt dem Ding in die Karten. Zwei Minuten vierzehn, kein Leerlauf, kein unnötiges Ziehen. Das ist eher ein sauber gesetzter Moment als ein großes Statement. Vielleicht genau deshalb bleibt was hängen: dieser leichte Bounce, diese entspannte Wärme, dieses kleine Grinsen, das so ein Beat auslösen kann, ohne groß Ansagen zu machen.
Wer aus Bremerhaven und umzu kommt, kennt das: Nicht alles muss aus zehn Schichten Konzept bestehen. Manchmal reicht ein Track, der dir kurz den Kopf freimacht und dich für einen Moment woanders hinzieht. „Funky Time“ macht genau das. Unaufgeregt. Locker. Und mit genug eigener Handschrift, dass man wissen will, was da noch kommt.
Credits
Murrkey