170 BPM, schnelles Breakbeat-Gerüst, Kopf bleibt low. Electric Piano und Bell-Synth ziehen Linien, Orgel im Schatten. Zwischen Boom Bap und Rap-Rock reibt’s, etwas Nu‑Metal-Patina, nichts aufgesetzt. Der Drive schiebt, die Luft ist blau‑grau, der Blick bleibt nach innen.
Textlich geht’s ums Unterwegssein ohne Ankommen. Viel Strecke, wenig Ziel. Wurzeln schlagen, kurzatmig werden, Triebe treiben – und immer wieder Details, die den Kurs verändern. Eine Zeile bleibt die Klammer: „Ich war schon hier und dort und da – aber nie in Portugal.“ Nicht Postkarte, eher Codewort für alles, was man vor sich herschiebt.
Jimmy Hundertwasser im Ping-Pong mit Klaus 90 – „Jimmy & Klaus“ als kleiner Raum, in dem man sich zuhört, Sätze dreht, Bilder tauscht. MNTBLL im Rücken als dritte Hand am Sound. Kein großes Pathos, eher Werkbank: bauen, feilen, laufen lassen, bis die Kanten richtig scheuern.
Die Drums sind breakbeatig, mit Amen-Geist im Stottern, dazu ein Bass, der mehr schiebt als protzt. Vocals zwischen klar gesprochen und angeraut, Stellen, die fast schreien wollen, bleiben kontrolliert. Melancholie und Energie teilen sich den Platz; helles Lichtblau trifft dunkle Ränder. Das hält wach.
Und ja, da ist Nähe im Subtext. Dieses Ding, wenn jemand etwas sagt und du merkst: Er spricht über Wege, aber meint Menschen. Man spart sich das große Wort, und doch weiß jede Zeile, wovon sie redet. Vielleicht reicht es, noch nicht dort gewesen zu sein, um zu wissen, warum es fehlt.
Was bleibt: Ein Ort als Platzhalter für Unerreichtes. Ein Takt, der läuft, bis du dich bewegst.
Credits:
Jimmy Hundertwasser
Klaus 90
MNTBLL
Album/Projekt: Jimmy & Klaus.