Vergessen Murrkey

Murrkey legt mit „Vergessen“ keinen einfachen Seelentrack hin. Das Ding kommt melancholisch rein, aber nicht kraftlos. Eher wie jemand, der schon genug gesehen hat und trotzdem noch nicht bereit ist, sich kleinreden zu lassen.

Der Beat zieht in eine düstere Richtung, mit Breakbeat-Druck, Gitarrenfarbe und dieser glatten, fast filmischen Fläche darunter. Das wirkt nicht geschniegelt, eher echt. Gerade dadurch trägt der Track. Er will nicht beeindrucken, sondern etwas loswerden, das zu lange mitgeschleppt wurde.

Inhaltlich geht es um Verletzung, Fremdbilder, Abwertung von außen und den Versuch, sich da wieder rauszuziehen. Nicht mit großen Parolen, sondern mit Haltung. Da ist Wut drin, aber auch Schutz. Für sich selbst, für Leute, die untergehen könnten, für das, was trotz allem noch heil geblieben ist. Wenn im Text von einem geschliffenen Kern im Herzen die Rede ist, dann steckt genau da der Punkt: Nicht alles, was hart geworden ist, ist verloren.

Spannend ist, dass „Vergessen“ nicht in Selbstmitleid kippt. Der Track hält die Dunkelheit aus, ohne sich darin einzurichten. Er redet über Spaltung, falsche Gesichter und dieses ständige Einsortieren von Menschen. Aber am Ende bleibt eher ein Licht an als eine Tür zu. Das macht ihn greifbar.

Murrkey steht hier nicht nur am Mic, sondern auch hinter der Produktion. Das hört man. Sound und Aussage ziehen in dieselbe Richtung. Kein überladener Aufbau, kein Blendwerk. Nur ein Song, der lieber Narben zeigt als irgendwas zu kaschieren.

Was hängen bleibt: Manche Tracks wollen Aufmerksamkeit. Dieser hier will, dass du kurz ehrlich mit dir bist. Reicht manchmal schon.

Credits
Murrkey