Oppsis Wesh51

Oppsis rollt auf rund 94 BPM, Synth-Pads und Bell-Sounds, ein Breakbeat, der in Trap kippt. Kurze 162 Sekunden, aber dicht. Energetisch, melancholisch, dunkel – diese Mischung trägt die Hook und presst die Zeilen nach vorn.

Er wechselt Bilder im Sekundentakt: Big Bags, Zig-Zag, Flick-Flacks, dann wieder „Boden war broke“. Autotune als Kälte, nicht als Glanz. Slang, Wortverdreher, Deutsch–Englisch–Franz – alles sitzt, nichts wird erklärt, der Film läuft einfach weiter.

In den Hooks rutscht er in collageartige Codes: „Old Town“ wird zum Meme, „Code 4“ klingt nach Polizeifunk, „House of Soul“ wie ein Echo aus dem Nebenraum. Keine lineare Story – eher Temperatur. So baut sich Druck, auch wenn nichts buchstabiert wird.

Ortung? Er sagt „Delmen Horse“. Gemeint ist Delmenhorst, die Stadt zwischen HB und OL. Ein Nicken reicht, um zu zeigen: Das ist Nordwest, nicht Hauptstadt-Fantasie – und du hörst es im Tonfall.

„Komm mal nach Delmen Horse, glaub mir die kennen mich dort.“ Eine Zeile, ein Radius. Zwischen Kiosk, Busspur, Hallenboden. Vom Schlafplatz zur Louis-Vuitton-Tasche – nicht als Märchen, eher als Momentaufnahme, die sich weigert, brav zu enden.

Zwischen zwei Zeilen liegt mehr, als er sagt. Wenn jemand „toxic“ ruft und du trotzdem bleibst – kein Drama, eher Alltag, der unter die Haut kriecht und später wiederkommt.

Soundseitig trägt ein gläserner E‑Piano‑Loop, darüber 808‑Schübe und HiHat‑Rolls. Hier und da knarzt Gitarrenschmutz, als würde Nu‑Metal durchs Fenster wehen. Club‑tauglich, aber gebaut für Kopfnicker in der U‑Bahn.

162 Sekunden sind perfekt für Repeat‑Mode. Kein Füllwerk, kein dritter Vers, nur Druck und Drift. Beim zweiten Durchlauf tauchen neue Splitter auf – kleine Details, die du beim ersten Hören weggelassen hast.

Was bleibt? Ein Track, der nicht um Absolution bittet. Ein kurzer Schnitt aus dem Jetzt: Flex, Frost, Fremdheit – und ein Ort, der nicht vergisst. Wenn du aus dem Umzu kommst, hörst du’s sofort.

Credits
Wesh51