96er Takt, Piano-Loop, Luft nach Kälte. Bonzenshit macht dicht und schaut runter auf die Straße. 1:33, kurz und fokussiert. Wesh51 setzt die Klinge an: weniger posen, mehr Zustand, mehr Reibung.
Die Erzählung dreht die Klischees um. Kein Skifahren, keine Après-Ski-Storys – dieses „oben“ findet hier nicht statt. Stattdessen Hustle-Bilder, Metall an der Kette, bittere Zunge, Kopf im Gewitter. Nichts wird verherrlicht, alles bleibt nüchtern und dunkel. Das Wort „Bonzenshit“ ist dabei nicht nur Hook-Idee, es ist Abgrenzung: ein Marker, wo er nicht hinwill und was ihn nicht repräsentiert.
Klanglich sitzt das Ding zwischen lofi und boom bap. Piano und Pads vorne, Breakbeat-Grundlage, die leicht stolpert – bewusst. Ein Hauch Gitarrenschwere blitzt auf, so als würde die Hook Schatten werfen. 96.2 BPM halten die Szene zusammen, die Stimme schiebt, aber lässt Luft für Bilder. Melancholisch, sad, dark – trotzdem genug Druck, um dich mitzunehmen.
Was bleibt? Der Blick nach unten, nicht nach oben. Zeigefinger gibt’s keinen, nur Konsequenzen. Wenn du zuhörst, hörst du Grenzen, die hier gezogen werden – ohne Netz, ohne Glam. Ein Track wie ein kalter Atemzug vorm Laden, bevor die Tür aufgeht.
Vielleicht war das für eine von euch mehr als nur ein Drop. Ein Satz, der hängen bleibt, obwohl ihn keiner ausschmückt. Nähe ohne Ansage, ein Blick, der länger blieb – reicht.
Credits:
Producer: NiKO
Rap & Komposition: Wesh51