Anderer Planet Sad Sash

89 BPM in G-Moll, weiche Synth-Pads, Piano, viel Raum. Die Stimme sitzt zwischen Rap und Gesang, leicht verzerrt, aber nie drüber. Low Energy, genug Atem, um die Worte wirken zu lassen. Melancholisch, smooth, mit so einem kleinen Auftrieb, der erst spät auffällt.

Sad Sash dreht die Einsamkeit groß: Spiegelbilder, Dämonenlauf, dieses Gefühl, geistig auszusteigen, wenn ein Mensch fehlt. Er setzt Bilder statt Pose, sucht nicht nach Auswegen, eher nach einem Punkt, an dem es wieder hält. Keine Übertreibung – eher ehrlicher Zug durchs Innere.

Eine Zeile bleibt hängen: „spring vom Mars rein in die Galaxie“. Das ist weniger Science, mehr Fluchtpunkt. Andere Umlaufbahn, wenn Nähe reißt. Und genau da liegt der Kern: Du willst zurück, weißt aber, dass die Luft zwischen euch dünn geworden ist.

Im Unterbau hält Sned die Zügel locker: Breakbeat-Grid, dezente 808, Pads, die schweben statt schieben. Produktion bleibt schlank, kein Ballast, kein Kitsch. Zwei Minuten, kein Skip, keine Parts zu viel. Das lässt Raum für die Bilder – und für das, was du selbst drauf projizierst.

Vielleicht lag zwischen zwei Hooks mehr unausgesprochene Nähe, als Worte tragen konnten. Ein Blick, der länger blieb, obwohl keiner ihn benannte. Stärke kann leise auftreten – solange sie nicht wegschaut. Genau das spürt man hier.

Was bleibt: ein kurzer, klarer Nacht-Track. Für Wege nach Hause, wenn die Stadt leiser ist als der Kopf. Kein Drama, aber Druck auf der Brust. Ein Song, der nicht lösen will, nur zeigen.

Credits:

Rap: Sad Sash

Beats: Sned

Producer: Sned, Sad Sash

Composer/Lyricist: Sascha Traemann

℗ 2026 Sad Sash · Released via recordJet