Kurz atmen kridd

Breakbeat trifft verzerrte Saiten. 113 BPM, eng gemischt. „Kurz atmen“ fühlt sich an wie Laternenlicht im Nebel: flackernd, kalt, zu nah. Nu-Metal-Färbung über Hip-Hop-Pattern, die Kick treibt, der Bass zerrt, die Pads frieren dir den Nacken ein.

Inhaltlich: Nächte, die nicht enden. Passivität, die schiebt. Panik, die dich tagsüber aus dem Leben nimmt. Zigarettenrauch, Dopamin-Jagd, Routine gegen das Dröhnen. Er taumelt durch die Stadt, bleibt wach, bis Gedanken endlich sortiert sind – oder bis nix mehr geht. Eine Zeile sticht raus: „Ich geh‘ nicht schlafen, bis die Vocals liegen.“

Vocal-Delivery: dicht am Mikro, halb gesprochen, halb gerappt, fast als würde er dir im Treppenhaus alles kurz hinwerfen. Amen-Break-Schatten unter den Snares, Gitarren schaben, Synth-Flächen legen die Luft dünn. Kein Pathos, eher Druck. Atem holen? Später.

Mehr von kridd findest du hier. Für Einblicke abseits der Plattform: Instagram.

Vielleicht war der Moment mehr als Sound. Zwischen zwei Zeilen blieb kurz Nähe stehen. Kein großes Wort, nur ein Blick, der hängen blieb. Genau da wird’s ernst.

Was bleibt: Nachtaktiv, Herz auf 113, kurzer Atem. Wenn du drin bist, merkst du, wie wenig Platz in diesem Kopfkino ist – und warum man manchmal trotzdem nicht abschaltet.