Losfahren ist oft ehrlicher als bleiben. kridd legt die Stirn an die Scheibe, Blick nach vorn, Hände am Puls. Draußen dunkel, innen Druck – aber die Richtung stimmt.
Der Text ist Flucht und Aufbruch ohne Pathos: Freiheit in Dosen, noch ein Drink an der Tanke, dann rein in den Tunnel. Eine eigene Rakete als Bild, Mond–Mars–Saturn nicht als Eskapismus, eher als Plan B, wenn Plan A wieder nur Warten war. Zwischen Zeilen hängen die Dinge, die keiner captiont – Filter runter, Rahmen weg. Eine kurze Lunge, aber genug Luft für den Start.
Klanglich bei 117 BPM, breakbeat-getrieben, die Snare schiebt im Wechselspiel mit einem warmen E-Piano, Orgel und Synth-Pad. Deutschrap, der an House schabt, LoFi an den Rändern, aber mit klarer Kante. Melancholischer Ton, energetischer Tritt – 162 Sekunden Sprint. Kein dicker Teppich, eher Asphalt, der glüht, wenn du rauftrittst.
„Durch den Tunnel Richtung Licht“ – eine Zeile, die nicht schreit und trotzdem zieht. Vielleicht war dieses Losfahren mal mehr als ein Move. Zwei Leute, die’s nicht aussprechen und trotzdem wissen: Man checkt erst im Dunkeln, was Licht heißt. Du nickst, sagst nix – und genau da passiert Nähe.
Gelistet unter dem Release „Kurz atmen“ (16.08.2024), distribuiert via DistroKid, ℗ Untitled. Kein Overdesign, kein Überbau – nur: Zündung, Gang, Strecke.
Mehr von kridd – kompakt gebündelt. Bilder, Fetzen, Alltag gibt’s auf Instagram.
Credits:
Artist: kridd
Release: Kurz atmen (2024-08-16)
Distribution: DistroKid
Label: Untitled