Nachtluft, weiche Lofi-Kanten, E-Gitarre wie Sand im Getriebe. 82 BPM, breakbeat im Rücken, die Stimme zwischen Müdigkeit und Aufbruch. eh nicht ist kein Drama, eher diese trockene Haltung, wenn die Stadt wieder zu lang war und du trotzdem weiterläufst.
Die Bilder sitzen: Dächer, Blaulichtflimmern, Sechserträger, Durak an der Bar, irgendwo ein Sofa auf Abruf. Eine Zeile bleibt hängen: „Ich will den Sonnenuntergang auf den Dächern erleben.“ Nicht größer machen als es ist – genau deshalb funktioniert’s. Der Beat zieht breit, die Gitarre kratzt, die Hook hält den Blick unten, nicht nach oben.
Zwischen zwei Zeilen liegt mehr Nähe, als jemand laut sagt. Manchmal reicht ein Nicken, und beide wissen, was gemeint ist. Kein Pathos, nur dieses unscheinbare Band, das erst später auffällt.
Textlich pendelt das Ding zwischen Stadtaffen-Shift und Leerlauf: abkapseln, stolpern, Mauerloch, TK-Pizza, „Bahn nach Venedig“ – kein Urlaub, eher Flucht im Kopf. Erinnern? Vielleicht. Muss auch nicht. eh nicht ist ein Schulterzucken, das bleibt.
2024 aus „Kurz atmen“, verteilt über DistroKid. Keine Maske, keine Parolen – nur Situationen, die wir alle kennen, wenn die Nacht länger war als der Plan.
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