Draußen Kridd

Dunkle Pads, schwere Kicks, 139 BPM im Nacken. „Draußen“ atmet House und Alternative R&B, aber ohne Weichzeichner. Das klingt nach Fluchtweg, nicht nach Club. Ein Track wie ein Notausgang: grell beleuchtet, Tür klemmt, Druck steigt.

Kridd schreibt über das Ersticken im Eigenen: Wände, die rücken. Stimmen, die raten. Schlaf, der nicht kommt. Der Kopf als Datenmüllhalde. Aus all dem wächst nur ein Satz: „Ich will raus.“ Nicht pathetisch, eher nüchtern, fast technisch – bis die Bilder kippen: Mausoleum, Regen, Türrahmen, Schwindel. Man hört, wie Kontrolle bröckelt und trotzdem noch Takt hält. Das ist die Spannung hier: ein innerer Sprint, der nicht nach außen eskaliert.

Soundseitig schiebt ein trockener Breakbeat mit Trap-Details, Orgel-/E-Piano-Layer kleben wie Nachtnebel, die Bässe rollen ohne zu ballern. Autotune als Kälte, nicht als Glanz. House-DNA, Tech-House-Kante, Neo-Soul-Farbe – am Ende aber Fluchtmusik. Kein großer Drop, eher Druckausgleich. Wenn’s regnet, kommen Ideen – sagt der Text. Die Produktion nickt dazu und lässt genau so viel Raum, dass der Puls hörbar bleibt.

Vielleicht geht’s hier auch um Nähe, die keiner ausspricht. Jemand, der bleibt, obwohl du eigentlich nur raus willst. Stärke, die still ist, aber nicht weicht. Ein Blick im Flur, und du weißt: noch ein Schritt, dann Luft.

Mehr von Kridd findest du hier. Und Einblicke gibt’s auf Instagram.

Aus dem Release „Kurz atmen“, bereitgestellt via DistroKid. Kein Firlefanz, nur Atmen und weitergehen.

Credits:
Kridd: Instagram