Depressiv Kridd

51 Sekunden, kein Ausbruch, nur Druck. Depressiv ist hier kein Pose-Wort, sondern Alltag im Takt. Ein kurzer Blick in den Kopf, wenn Masken halten und Routinen den Rest erledigen.

Er spricht über Widerspruch: Tränen, die nicht fallen. Lachen, das nicht lacht. Flasche statt Schlaf, Wecker um sieben, Brötchen vom Bäcker, weiter funktionieren. Abends kompensieren, tagsüber liefern. Du kennst das Muster – und genau deshalb sticht’s.

„Ich bin gefangen in dem Ganzen, in der Melancholie.“ Eine Line, die nicht schreien muss. Sitzt. Weil sie viele von uns nüchtern erwischt.

Der Beat bleibt schmal: E-Piano, Pads, ein brüchiger Break. 87 BPM schleppen, nicht sprinten. Kein Glanz, keine Effekthascherei – Platz für Worte, die nicht hübsch sein wollen. Der Flow lehnt sich an, stolpert nie, aber rennt auch nicht davon.

Textlich zieht er die Linie zwischen Stillstand und Selbstschutz. Die Maske aus „Alles gut“ sitzt eng, aber sie hält den Tag zusammen. Vielleicht spürst du zwischen zwei Zeilen mehr, als gesagt wurde. Ein Moment, der bleibt, obwohl keiner drüber redet.

Released am 16.08.2024, aus „Kurz atmen“, verteilt über DistroKid. Kein großes Drumherum, einfach raus in die Welt – roh, ungekämmt, ehrlich genug, um weh zu tun.

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Was bleibt? Ein ehrlicher Schnipsel, der nicht heilt, aber benennt. Kurz genug, um wieder zu klicken. Schwer genug, um nicht zu vergessen.

Credits:
kridd