Dystopien fährt mit 129 BPM durch Nebellicht. House als Grundgerüst, Tech-House an der Kante, Electro-Hitze im Schub. Orgel-Flächen ziehen nach oben, Pads halten, die Kick marschiert im Vierer, Breaks reißen kurz Luft. Es ist dicht, aber nicht zugestellt: genug Raum für eine Stimme, die nicht glänzt, sondern knirscht.
Jimmy Hundertwasser, Klaus 90, MNTBLL: drei Namen, ein Fokus. Keine Hektik, keine Überdeko. Das Ding trägt sich selbst – anthemic, aber mit Schwere. Du hörst das Kollektiv, nicht den Konflikt.
Im Text geht’s um Reibung im Alltag: machen, verschieben, weitermachen. „Auch wenn die Wege steinig sind, es läuft okay.“ Und dann dieser Kehrvers, fast trotzig: „Alles ist wie es bleibt.“ Nicht als Kapitulation, eher als realistischer Takt. Kopf runter, Schliff drauf, wieder los. Das passt zur Struktur: erst ziehen, dann atmen, wieder ziehen.
Vielleicht blitzt da kurz Nähe auf – zwischen Kick und Hall. Ein Blick, der nicht groß wird, aber gemeint ist. Manche Sachen lösen mehr aus, als sie dürfen. Deshalb bleiben sie.
Released via DistroKid, ℗ Jimmy Hundertwasser & Klaus 90. 2:29 kompakt, genug für einen Turn im Club und den Nachhall auf dem Heimweg. Wenn du Big Room erwartest, kommt hier eher Kante als Kelle – gut so.
Credits:
Jimmy Hundertwasser
Klaus 90
MNTBLL