125 BPM, Herz auf Anschlag. „Halb so schön“ von JHNWNDT und Jorin Hagen läuft wie ein letzter Kreis über den Floor: groß, klar, aber mit dieser Kante, die dich nach Hause begleitet. Tech-House-Treibern begegnet Pop-Gefühl – anthemic, melancholisch, ohne Weichzeichner.
Die Hook sagt’s in einem Satz: „Ist wie alleine tanzen, es macht keinen Sinn.“ Der Beat hält dich oben, der Text zieht am Brustbein. Genau diese Spannung macht den Reiz: Licht an, aber nicht alles ist hell. Zwischen zwei Zeilen liegt mehr, als ausgesprochen wird – du kennst das.
Soundbild: warme Pads, Strings und eine Kick, die nicht prügelt, sondern führt. D-Dur, doch das Glück ist getönt. Die Strophen skizzieren Wohnungsluft, Fahrradrunden, Blickkontakt, der mehr redet als der Mund. Club-tauglich, ja. Trotzdem bleibt was übrig, wenn die Anlage ausgeht.
Hinter dem Track stehen zwei, die teilen statt stapeln: JHNWNDT (John Luca Wendlandt) und Jorin Hagen. Lyrics und Vocals greifen ineinander, die Produktion hält Platz für Luft – genug Raum, damit die Zeile trifft, nicht nur die Drop-Marke.
Was davon bleibt? Dieses Gefühl, dass die Stadt nachklingt, wenn jemand fehlt. Du gehst weiter, klar. Aber Lieblingslieder klingen anders. Und genau deshalb bleibt der Refrain hängen.
Credits:
JHNWNDT
Jorin Hagen