Kalter House-Loop, knapp 121 BPM. „Wegen Dir“ ist kein Lovesong – eher ein Protokoll nach dem Crash. Zwei Minuten, siebenundvierzig, die nicht verschwenden, sondern treffen.
Die Stimme sitzt vorne, Kanten leicht angezerrt, Autotune nur so viel, dass’s brennt und hält. Eine Zeile bleibt hängen: „Wieso tust du mir das an?“ Nicht theatralisch, eher nüchtern – genau deshalb sitzt es.
Pads und Streicher legen Schatten, ein Piano markiert die Narben. Die Kick arbeitet vierteilig, darunter gebrochene Akzente – clubtauglich, aber nicht glattgebügelt. Der Mix lässt Luft für Worte, die man sonst wegdrückt.
Inhaltlich geht’s um Grenzen und dieses „mehr und mehr“, das irgendwann alles auffrisst. Verantwortung kippt hin und her, bis einer gehen muss. Kein Vorwurfstheater – eher Konsequenz, die man zu lange verschoben hat.
Vielleicht steckt zwischen zwei Zeilen mehr, als gesagt wird. Nähe kann leise sein und trotzdem Gewicht haben – genau das spürt man zwischen Atem und Bass.
Der Sound fährt anthemic und melancholisch gleichzeitig: groß im Gefühl, sparsam im Vokabular. Funktioniert nachts im Auto, funktioniert auf dem Floor, wenn die Lichter tiefer ziehen. Keine Flucht nach vorn, eher ein klarer Schnitt, der nicht um Applaus bittet.
Credits:
Jay C