Findelkinder Era

Kalter Puls bei 89 BPM. Findelkinder zeigt keine Maske. Era spricht das, was viele runterschlucken – auf einem House-getönten Break, Rap-nah in der Haltung, klar in der Sprache.

Das Ding dreht Kreise um Treue, Muster, das Festhalten an einem Bild, das längst Risse hat. Zwei Menschen, die versuchen zu retten, was sie mal geplant hatten – Ring, Kinder, Hand in Hand – und merken, dass keiner gewinnt, wenn beide sich dabei aufgeben. Es ist kein Vorwurf, eher ein ehrlicher Blick: Wir sind geformt von dem, was uns großgezogen hat, und manchmal reißt’s genau dort wieder auf, wo wir uns sicher fühlten.

„Was denkst du?“

Soundseitig: melancholisch, anthemic im Untergrund. Bb-Dur, zurückhaltende Pads, ein Break, der schiebt, aber nie drängt. Clubgeste ohne Clubpflicht. Die Stimme bleibt vorn, die Drums halten Abstand – genug Luft für Worte, die treffen.

Mehr von Era findest du hier. Klick nicht wegen Hype, klick wegen Haltung.

Vielleicht lag zwischen zwei Zeilen mehr Nähe, als beide laut zulassen wollten. Manchmal hält man sich gegenseitig, manchmal nur das Bild voneinander. Genau da setzt Findelkinder an – ohne Pathos, mit dieser ruhigen Härte, die bleibt, wenn der Lärm weg ist.

Credits:
Era: Instagram