170 BPM, rauer Breakbeat, E‑Piano-Schimmer, Gitarren-Kante. Hardcore Shit heißt: kein Deko-Rap, nur Druck. Boom Bap als Rückgrat, Rap‑Rock als Schulterblick, Nu‑Metal‑Schatten in den Riffs. Melancholisch, angriffslustig, norddeutsch nüchtern.
Crezn und Lazer Pi teilen sich die Vocals, Claymore Beats baut das Gerüst. Veröffentlicht unter LabOhr, gelistet als Teil von Wolken aus Beton. Auto-Upload via igroovemusic.com – der Kern bleibt Handarbeit, rau und ohne Ausreden.
Zwischen Bremen und Essen spannt der Text die Route. „von Bremen bis nach Essen“ – die Linie ist klar: Straße, Arbeit, Atem anhalten, weiter. Die Weser rauscht im Subtext, Silvester-Knall statt Glitzer. Hunger bleibt Thema, Haltung auch. Keine Ausflüchte, eher Zähne zusammenbeißen und weiter in den Nebel.
Die Drums treten nach vorn, 170er Takt zerrt dich mit. Keine Hook zum Kuscheln, eher ein Mantra, das im Nacken sitzt. Der Sound packt dich am Kragen und nickt: bleib echt, auch wenn’s kratzt. Lo‑Fi-Patina trifft Gitarren-Drive, das baut Kälte und Wärme zugleich – ein Mix, der nicht um Likes buhlt.
Szene-Kontext: schneller Boom Bap ist selten, hier kreuzen D’n’B-Reflexe das Kopfnicken. Alte Heads hören das Timing, Jüngere spüren die Kante. Bremen/BHV/Umzu – das passt zur Gegend: weniger Show, mehr Substanz, klare Worte ohne Kostüm.
Vielleicht steckt da mehr hinter dem Knurren. Man hört, wo Nähe nie ausgesprochen wurde – nur durchgezogen. Wer’s kennt, hört’s sofort. Und genau deshalb bleibt’s hängen.
Credits:
Crezn
Lazer Pi
Claymore Beats
Album: Wolken aus Beton
Label: LabOhr