Zwei Minuten Flucht im Neonnebel. „Je ne parle pas français“ als Mantra. Haze in der Luft, Blicke sprechen, du weißt, was jetzt kommt.
89 BPM, Tech-House-Schritt, akustische Gitarre im Loop, Pads so kalt wie Beton. Der Bounce packt dich an der Hüfte, der Bass drückt den Kopf runter. Club-Vibe, aber mit Schatten, nicht mit Scheinwerferlächeln.
Chino sagt wenig und zeigt viel: ein désolé, ein Nicken, Treppenhaus, Türen zu. Rauch ins Gesicht, Herz im Takt, Augen auf Fluchtmodus. Keine Drogenromantik – eher Momentaufnahme, die nach Benzin und Nacht riecht.
Vielleicht passiert zwischen zwei Zeilen mehr, als gesagt wurde. Ein kurzes Okay reicht, und plötzlich wird’s leiser im Kopf, obwohl draußen alles lauter wird. Genau da setzt die Hook an – wieder und wieder.
Das Ding sitzt zwischen Rap und House. Keine Playlist-Glätte, eher Kante und Kälte. Die Bilder bleiben roh, der Refrain plakatiert, du nickst mit, obwohl du so tust, als würdest du’s nicht fühlen.
Mehr von ihm auf YouTube: Charlie Chino. Auf Spotify findest du ihn unter dem gleichen Namen; TikTok sagt: dirrtycharliechino.
Was davon bleibt: Haze, Beton, ein Refrain, der wie ein Schild funktioniert. 89 BPM, die dich ziehen, wenn du eigentlich bleiben wolltest. Eine Nacht, die nicht fragt, ob du noch Zeit hast.
Credits:
Charlie Chino