Der Blooz startet durch Blooz

150 BPM, Trap mit House-Kanten. Piano, Pads, Druck auf der Eins. Der Vibe: melancholisch und angriffslustig zugleich. Blooz geht vorwärts, ohne fremde Flaggen zu schwenken – eigenes Tempo, eigene Bilder.

Inhaltlich ist das ein Selbstgespräch, das dich mitnimmt. Keine Schlafzimmer-Romantik – eher Herdplatte auf heiß: Kochen statt Flüstern, Arbeit statt Maske. Schreiben im Zimmer, Schweiß auf die Lines, Rap als Handwerk – so klingt’s, wenn jemand nicht um Trends bettelt, sondern sein Ding zieht.

Zwischen den Zeilen blitzt Haltung: Respekt für die Geschichte, Blick nach vorn. Kein Modeklau, kein „gefälliger“ Bounce – eher die ruhige Überzeugung eines alten Hasen, der neu ansetzt. Der Hook drückt das Mantra nach draußen: „Da ist das Leben, pack es.“ Eine Zeile, die hängen bleibt.

Soundseitig schiebt die Kick im 150er-Raster, Hi-Hats flirren, die Flächen halten die Stimmung im Halbdunkel. Melancholie ohne Jammern, Energie ohne Gebrüll. Genau dieser Zwischenraum macht den Reiz: Kopfnicker im Clubtempo.

Vielleicht war da beim Schreiben mehr als Tinte und Takt. Manchmal liegt zwischen zwei Zeilen Nähe, die keiner laut ausspricht – und trotzdem triffst du sie sofort.

Credits:
Blooz Bortey