Umut Babakonda

Umut heißt Hoffnung. Aber hier wird sie nicht romantisiert. Babakonda wirft sie in den Staub der Gassen, lässt sie atmen – zwischen Beton, Sirenen und diesem Druck, der selten nachlässt. Das ist kein Eskapismus, das ist Standhalten.

Der Text dreht sich um Ketten und Kreisläufe, um Worte statt Waffen, um Hände, die offen bleiben sollen, auch wenn alles schreit, zuzumachen. Zwei Zeilen bleiben hängen: „Kurtulman gerek zincirleri kır.“ Und: „Umutla doğsun hayat.“ Nicht als Parole, eher als Auftrag.

Soundseitig ist das ein Hybrid mit Tempo um 134 BPM: Breakbeat-Druck, große Pads, schimmernde Strings, Verzerrtexturen, eine Hook, die wie eine Sirene über dem Beat liegt. Melancholisch und anthemic zugleich – der Kopf nickt, der Magen hört mit. Kein cleaner Club-Track, eher ein Kanten-Club: geordnetes Chaos, das dich trotzdem trägt.

Zwischen den Zeilen: Nähe. Nicht die laute. Eher die, die bleibt, wenn der Bass ausläuft. Vielleicht war’s nur ein Wort – aber genau das hat gereicht, um was zu verschieben. Wer’s brauchte, weiß es.

Babakonda stellt keine Heldengeschichte hin. Er hält die Waage zwischen Wut und Würde. Und wenn er die Ketten anspricht, meint er nicht nur die sichtbaren. So wird aus einem Straßenbild ein Versprechen: Es geht weiter, aber nicht von allein.

Credits: Babakonda