89 BPM, Piano, Breakbeat. Boys in the Hood ist Rückspiegel und Straßentagebuch in einem: Rucksack, Cans, Freestyles im Mondlicht, leere Gläser und volle Nächte. Jung, naiv, broke – aber größer als jede Kreuzung, die vor uns lag. Hier geht’s nicht um Glanz, hier geht’s um Gefühl und Konsequenz.
Der Sound rollt warm: Keys und Pads schimmern, im Hook liegt ein Chor-Film, Autotune wie ein Schleier. Die Drums nicken boom-bappig, mit modernen Rolls an den Kanten. 89 BPM heißt: Platz für Bilder, Platz für Luft, Platz für das, was man nicht sofort sagen kann.
Thema ist Erinnerung ohne Ausrede. Zwischen „Kings in unserer Gegend“ und der Aussicht auf Blaulicht liegt Ehrlichkeit. Wut im Bauch, leerer Blick, leeres Glas – und trotzdem diese Weite, wenn man nachts auf dem Heimweg denkt: Die Welt gehört uns. Nicht als Pose, eher als Moment, der größer war als wir.
„Sag, kannst du dich noch erinnern?“ – klarer kann man keinen Einstieg bauen. Der Text malt Szenen: erste Zeltabende, Jack-Daniels-Atem, Big-Box-Zigaretten, zu viel Mut für zu wenig Horizont. Es ist kein Jammern, es ist Bestandaufnahme. Und ja: Wir haben’s übertrieben. Genau deshalb bleibt es hängen.
Vielleicht lag zwischen Sneakers, Rauch und bis-acht-Uhr-im-Club mehr als Lärm. Manchmal hat ein Blick länger getragen als jeder Basslauf. Kein Pathos. Nur dieses Nicken, wenn es dich wieder trifft.
Musikalisch sitzt das zwischen Conscious und Songwriter-DNA: erzählend, aber ohne Zeigefinger; melancholisch, aber nicht weichgespült. 360 Grad lässt Bilder laufen – du legst Orte, Namen und Jahreszahlen darüber. Und wer ähnliche Wege gegangen ist, hört nicht nur einen Track, sondern ein Kapitel.
Mehr vom Künstler findest du hier: 360 Grad