Bessere Welt 237er

Bremen-West, Gröpelingen. 237er sprechen aus, was oft hängen bleibt: Alltag zwischen Druck, Vorurteil und dem Wunsch nach Luft. Kein Projekt-Deutsch. Echte Zeilen. Die Jungs zeigen, wie sich eine Bubble anfühlt – und wie man sie ansticht.

Soundseitig ist das ein cleaner, moderner Rap-Hybrid: rund 134 BPM in G-Dur, melancholisch und anthemic. Synth-Pads, Piano, Orgelflächen. Breakbeat- und Boom-Bap-DNA, aber mit Today-Finish. Der Hook zieht groß, ohne Kitsch. Das trägt die Message, nicht andersrum.

Inhaltlich schieben sie gegen Klischees: Kriminalitätsschablone, Homophobie-Stempel, „Bremer Westen = Problem“. Stattdessen Farbe bekennen. Sie drehen den Blick: Von der Außenbeschreibung zur Innensicht – Druck auf Zettel, Uppercuts vom Leben, Herzen, die schreien. Hart, aber nicht hoffnungslos.

Ein Satz bleibt als Kompass: „Bleib korrekt, zeig Respekt und sei einfach echt.“ Keine Pose. Eine Haltung. Und ja: Vielleicht war dieser Track in der Schule mehr als Musik. Ein Moment, in dem Jungs aus Gröpelingen sich zeigen durften – und man kurz gemerkt hat, wie viel passiert, wenn man ihnen zuhört.

Kontext gehört dazu: Entstanden an der Oberschule Ohlenhof, über Monate, mit der Jungsgruppe – auf Kurs gesetzt von Patrick Rokitensky (Tenski) und Enno Loseit. Eingereicht für den Bremer Jugendpreis 2025. Nicht als Glanznummer, eher als ehrlicher Schnittraum der Gegend: Schlachte fern, Klischees nah – und trotzdem Blick nach vorn.

Das hier ist Bremen, nicht als Postkarte, sondern als Gesprächsangebot. Wer nur über Gröpelingen redet, kriegt selten was zurück. Wer hinhört, hört Verantwortung. Und die fängt mit Respekt an.

Credits:
Produktion & Komposition / Mix & Master: Patrick Rokitensky (Tenski)
Songwriting & Lyrics: Jungsgruppe, Enno Loseit, Patrick Rokitensky (Tenski)
Video Direction: Patrick Rokitensky (Tenski), Enno Loseit
Kamera / Edit / Color: Patrick Rokitensky (Tenski)