Wir ziehen Bilanz!

Verfasst von: HaulyShit.de am: 1. März 2016

Nach über 5 Jahren Support, Dokumentation, Interviews, Postings, Events und anderem Scheiß rund um die Bremer Rap Szene – ziehen wir Bilanz.

Als ich letzt über mein privates Facebook Profil verkündet habe, das Ich nicht nur meine ganzen Social Media Profile (abgesehen von Business Profilen wie Xing, LinkedIn) löschen und das Projekt U.R.B – underground rap Bremen einstampfen werde. Sorgte dies erstmal für Wirbel.

Einige Rapper die sich beschwerten, manche die meine Argumentation eingesehen haben und mich unterstützen, auch wenn es schade ist.

Feedback zum Einstampfen

Um mal ein paar Rapper und deren Meinungen zu zitieren.

  • Nichts gegen dich Janis aber genau diese Aktionen wie du sie grad machst sind es, die die Bremer Szene klein halten und runter machen. Wenn man etwas aufziehen möchte, dann kann es mit etwas Arbeit funktionieren aber einfach alles sein zu lassen zeigt Schwäche. Aber wie gesagt, nichts gegen dich sondern nur mal die Meinung vertreten.
  • Ich glaube, dass das der richtige Entschluss ist, würde das alles aber nicht ganz aufgeben. Wie ich schon mal zu dir sagte, besinne dich wieder mehr auf die Dinge, die du an Hip-Hop liebst. Mach einfach das, worauf du Bock hast. Der Spaß wird zurückkommen und somit auch der persönliche Erfolg!
  • noch son trottel der aufgibt!! Schade dicka!! Peace !!
  • Das nenn ich ein Wort. Oder eben die Seite so aufziehen das man da mal eben jeden dazu verpflichtet selbst etwas zu machen und selbst zu supporten. Nur das du ab und zu ma drüber guckst was das betrifft. Das sie Szene sich selbst mal einen Arschrtitt verpasst. Und wenn es eine Veranstaltung gibt. Das die Acts dafür sorgen müssen das es Brummt. Und eine möglichkeit die Seite mit Spenden zu Supporten.
    Du hast die Szene zusammengebracht dikka. Und bin stolz ein Teil davon gewesen zu sein.
    Mach was du denkst und was dir Spass macht. Zumindest kann man sagen das es klasse war. Und das ich spass hatte.
  • RIP … schade, fand es cool was du gemacht hast
  • HipHop ist tot was Bremen angeht.

Ja, es ist schade. Aber kaum jemand sieht wie viel Arbeit, Zeit und Energie in so einem Blog steckt. Einige Ideen die hier angesprochen wurden, sind auch schon längst umgesetzt gewesen. Darüber hinaus, wenn etwas nach mehr als 5 Jahren seine Grenzen ausgereizt hat und es sich dann immer noch nicht rentiert – dann ist auch mal Feierabend.

Ich verstehe den oder anderen, wenn man mir die letzte Plattform nimmt – wo ich mich profilieren und promoten kann, Ich würde wohl auch ausflippen. Man Ich find’s sogar scheiße das Ich mein „Baby“ aufgebe. Aber es ist einfach ausgereizt und ich sehe da nichts mehr, das mich noch hält.

Ich liefere auch noch eine sehr starke Gegenargumentation. Die rein objektiv betrachtet, eigentlich nur einen Schluss zu lässt. Reiß das Ding ein!

Sometimes I call it: bitchmove!

Wir, das Team waren wirklich hoch motiviert wir dachten wir könnten etwas in der Szene verändern. Aber haben wir das wirklich? Ich bin mir da nicht sicher.

Klar, wir haben der Szene eine Plattform gegeben. Versucht eine Community zu bilden. Aber wenn wir ehrlich sind bestand diese Community eher aus „nehmen“ und einen vielleicht mal einem „Like“ geben. Es wurde wirklich, wirklich selten mal die Beiträge über einzelnen Künstlern, von dessen selbst geteilt. Was einem Bitchmove gleicht.

Besonders dann, wenn man vergleicht wie viel Arbeit (mind. 19 Stunden) in einer „U.R.B – Das ist“-Folge steckt und mit einmal teilen (5 Sek., 2 Mausklicks und eine kurze Call-To-Action). Bei wirklich guten Beiträgen wie damals „Warum Bremer Rap viral für’n Arsch is‘!„, der zwar nur 3 Tage gebraucht hat, aber in anderen Fällen eine ganze Woche. Ist die Mentalität „macht mal“ wirklich fehl am Platz.

Schlussendlich, hätte man einfach Geld nehmen müssen für diese Interviews.

Zu viel Zeit, zu wenig Interaktion…

Dazu kommt, das die Website echt schlecht besucht ist bei gerade einer wirklich variablen Aufrufstatistik von 300 – 3.200 Aufrufe im Monat, bei 3 Kommentaren im ganzen Blog und 51.417 Gesamt-aufrufe innerhalb von einem 1 Jahr und 178 Tage. Ist das eine wirklich unterirdische Bilanz. Im übrigen macht dies so ungefähr 94,7 Aufrufe am Tag aus. 1295 Gefällt-Mir-Angaben auf Facebook. 60 Follower auf twitter und 88 Youtube Abonnenten. Aber die durchschnittliche Besuchsdauer liegt bei knapp einer Minute und 26 Sekunden, was gar nicht übel ist.

Vermutlich ist das mehr als bei dem einem oder anderen underground Artisten, aber kaufen kannst du dir davon nichts – ganz zu schweigen etwas zu bezahlen. Und die Banner-Ads die leider immer ein „Cost per Click“- Modell darstellen, werfen so gut wie nichts ab. Von 2013 bis heute haben wir nicht mal 50€ eingenommen. Wenn wir dann noch die ganzen Kosten für Werbung und die monatlichen Server-kosten abziehen sehen wir nur rote Zahlen.

Die regionale Reichweite ist wirklich gut ausgeschöpft, Rapper kennen uns, selbige stehen Schlange für Interviews – auch wenn’s bei mir immer länger dauert. Dazu kommt, das U.R.B so viel von meinem privat Leben in Anspruch nimmt, das ich kaum Zeit habe für Freunde oder Beziehungen. Was glaubst du wie viel Mädels rum heulen: „Janis, du hast nie Zeit für mich“. Freundschaften zerbrechen an sowas und ganz besonders Beziehungen.

Und noch immer muss man 2 Wochen im voraus einen Termin bei mir buchen, damit ich mal Zeit habe.

Dafür, das U.R.B nur ein Hobby sein sollte, haben wir’s ganz schön auf die Spitze getrieben.

Ich selber habe auch meinen Glauben an die Menschheit verloren, wenn Ich sehe wie viele Egoisten da draußen rum laufen, die selber nicht glauben, dass sie welche sind.

Fazit: Mir und dem Team bringt der Blog fast nur negatives. Sieht man mal vom freien Eintritt und jeder menge flüchtiger Bekanntschaften ab.

Worüber wir dennoch froh sind: unser Berufsleben wurde davon noch nicht beeinträchtigt.

Letzte Chance

Aber wie man gesehen hat, hängen ein paar Leute an diesem Blog und Ich habe auch noch ein paar Interviews die ich fertig stellen muss. Daher will ich dem ganzen noch eine letzte Chance geben.

Allerdings wird das dieses mal so laufen: das Du als Künstler und/oder Supporter selber für Beiträge verantwortlich bist und diese auf urbremen.com veröffentlichst. Im übrigen wird jeder Beitrag der auf urbremen.com veröffentlicht – wird in unsere Social Media Profile gepostet und das automatisch. Du kannst auch urbremen.com erlauben, deine Beiträge in deinen Social Media Profilen teilen zu lassen.

Ja, wir haben sogar einen Kalender wo du sehen kannst, welcher Beitrag wann veröffentlicht wird und darüber kannst du deinen auch verplanen. Ganz nützlich, denn schließlich mussten wir teilweise 56 Artikel an einem Tag, in einem Zeitraum von 2 Wochen verplanen. Zu immer denselben Uhrzeiten. 6:30 Uhr, 12:00 Uhr, 18:00 Uhr und 20:00 Uhr.

Du kannst sogar sagen, was beim teilen für Text gepostet wird. Schreibst du nichts dahin, wird ganz einfach ein Auszug aus dem Beitrag erstellt, andernfalls das was du geschrieben hast.

Na ja, wie dem auch sei. Wenn du bereit bist, selber Beiträge auf urbremen.com zu verfassen, dann schreib‘ mir eine E-Mail. Und ich kümmere mich darum, das dein Account erstellt wird und sowieso um administrative Dinge, die U.R.B betreffen und bezahle den Webspace weiterhin. Aber auch nur so lange, wie die Website genutzt wird.

Das meinen andere:

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